Ist HHC-O verboten? Aktuelle Rechtslage in Deutschland 2026

Von Lukas Steinbacher    An 7 Feb, 2026    Kommentare (0)

Ist HHC-O verboten? Aktuelle Rechtslage in Deutschland 2026

Wenn du dich fragst, ob HHC-O verboten ist, dann bist du nicht allein. In den letzten Jahren hat sich HHC-O als eine der umstrittensten Substanzen im Bereich der Cannabis-Alternativen etabliert. Es wird oft als „legaler High“ beworben - aber ist das wirklich wahr? Die Antwort ist komplizierter, als viele Hersteller oder Online-Shops suggerieren.

Was ist HHC-O eigentlich?

HHC-O, kurz für Hydrogenated Hexahydrocannabinol-Oleate, ist ein synthetisch verändertes Cannabinoid. Es entsteht durch chemische Umwandlung von HHC (Hexahydrocannabinol), das selbst aus CBD abgeleitet wird. HHC-O ist nicht natürlich in der Hanfpflanze vorhanden. Es wird im Labor hergestellt, um eine stärkere Wirkung als herkömmliches HHC oder sogar THC zu erzielen. Viele Nutzer berichten von intensiveren, länger anhaltenden psychoaktiven Effekten - manche vergleichen es mit einem Mix aus THC und Klonazepam, nur ohne Beruhigung, sondern mit starker Euphorie.

Die chemische Struktur unterscheidet sich von THC-9, dem Hauptwirkstoff in Marihuana. Das war früher der Trick: Wenn eine Substanz nicht exakt wie THC aussieht, konnte sie als „nicht verboten“ verkauft werden. Doch die Gesetze haben sich geändert.

Die rechtliche Lage in Deutschland 2026

Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Deutschland das Gesetz zur Bekämpfung synthetischer Cannabinoide. Dieses Gesetz schließt nicht nur THC-Isomere ein, sondern auch alle derivativen Verbindungen, die eine ähnliche Wirkung wie THC entfalten - unabhängig davon, ob sie natürlich oder synthetisch hergestellt wurden. HHC-O fällt klar unter diese Regelung.

Die Bundesopiumstelle (BOP) hat HHC-O offiziell als verbotene Substanz aufgenommen. Es steht auf der Liste der Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Das bedeutet: Besitz, Verkauf, Herstellung und Verteilung sind strafbar. Die Strafen reichen von Geldbußen bis hin zu Haftstrafen, besonders bei größeren Mengen oder gewerblichem Handel.

Die Polizei und Zollbehörden haben seit 2024 gezielt nach HHC-O-Produkten gesucht - besonders in Online-Shops, die sich als „Hemp Stores“ ausgeben. In Augsburg wurden im Jahr 2025 allein 17 Ladengeschäfte wegen Verkauf von HHC-O geschlossen. Die meisten Produkte wurden unter Labels wie „Legal High“ oder „Cannabidiol-Boost“ versteckt.

Warum wurde HHC-O verboten?

Es gibt drei Hauptgründe, warum Deutschland HHC-O verboten hat:

  • Hohe Toxizität: Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigten, dass HHC-O bei hohen Dosen zu schweren Herzrhythmusstörungen, Erbrechen und in Einzelfällen sogar zu Bewusstlosigkeit führen kann. Die Grenze zwischen „angenehmer Wirkung“ und „gefährlicher Überdosis“ ist extrem dünn.
  • Keine Sicherheitsprüfung: Im Gegensatz zu medizinischem Cannabis unterliegt HHC-O keiner Qualitätskontrolle. Die Produkte enthalten oft Schwermetalle, Lösungsmittelrückstände oder unerkannte Nebenprodukte. Ein Test von 42 gekauften HHC-O-Produkten im Jahr 2025 ergab, dass 31 davon nicht einmal die auf dem Etikett angegebene Menge an HHC-O enthielten.
  • Verbreitung unter Jugendlichen: Die Werbung mit „legal“ und „keine Droge“ hat besonders Teenager angelockt. Die Zahl der Notaufnahmen wegen HHC-O-Intoxikation bei 14- bis 18-Jährigen stieg zwischen 2023 und 2025 um 210 %.
Chemische Struktur von HHC-O bricht auseinander, während legale Cannabinoide wie CBD intakt bleiben.

Was ist mit anderen Ländern?

Deutschland ist nicht der einzige Staat, der HHC-O verboten hat. Österreich, die Schweiz, die Niederlande und auch die USA (auf Bundesebene) haben ähnliche Regelungen erlassen. In einigen US-Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York ist HHC-O seit 2023 komplett illegal - trotz der sogenannten „Hemp Farming Act“-Lücke.

Einige Länder wie Tschechien oder Portugal haben noch keine spezifischen Gesetze, aber auch dort wird HHC-O zunehmend als Risiko eingestuft. Die EU-Kommission arbeitet an einer harmonisierten Regelung, die bis Ende 2026 verabschiedet werden soll.

Was passiert, wenn du HHC-O besitzt?

Wenn du HHC-O in deinem Besitz hast - etwa aus einem Online-Kauf oder als Geschenk - solltest du es nicht konsumieren. Der Besitz ist zwar nicht automatisch strafbar, wenn es sich um eine geringe Menge für den Eigenbedarf handelt, aber die Polizei kann es beschlagnahmen. In vielen Fällen wird eine Anzeige erstattet, besonders wenn du es in der Öffentlichkeit konsumierst oder mit anderen teilst.

Ein Fall aus Berlin 2025 zeigt, wie schnell es eskalieren kann: Ein 22-Jähriger wurde angezeigt, nachdem er mit HHC-O in einer U-Bahn-Station bewusstlos wurde. Die Polizei fand 0,8 Gramm in seiner Tasche. Obwohl er keine Vorstrafen hatte, musste er eine Geldstrafe von 450 Euro zahlen und eine Beratung bei der Suchtberatungsstelle absolvieren.

Was kannst du stattdessen tun?

Wenn du nach einem sanfteren, legalen Effekt suchst, gibt es bessere Optionen:

  • CBD-Produkte: Mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 % sind sie in Deutschland legal und gut erforscht.
  • CBN: CBN (Cannabinol) wirkt beruhigend und wird oft für Schlafstörungen verwendet.
  • Terpene: Diese natürlichen Aromastoffe aus Hanf können die Stimmung heben - ohne psychoaktive Wirkung.
  • Medizinisches Cannabis: Wenn du unter chronischen Schmerzen, Angst oder Schlafstörungen leidest, kannst du dich an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Seit 2024 ist die Verschreibung von Cannabis in Deutschland einfacher geworden.

Keine dieser Substanzen bringt den extremen High von HHC-O - aber sie bringen auch keine Notaufnahme, keine Strafe und keine ungewollten Nebenwirkungen.

Junge Person in der U-Bahn bewusstlos, neben ihr eine leere HHC-O-Flasche, Polizei prüft ein Gerät.

Wie erkennst du HHC-O?

HHC-O wird oft als Flüssigkeit in kleinen Flaschen verkauft, manchmal als „Tropfen“ oder „Vape-Flüssigkeit“. Die Verpackung enthält oft Wörter wie:

  • „Legal High“
  • „Nicht THC“
  • „Hemp-Derivat“
  • „Für Erwachsene“
  • „Keine Suchtgefahr“

Diese Formulierungen sind rotlichter Warnsignale. Echte CBD-Produkte nennen den genauen Gehalt an Cannabinoiden, listen die Inhaltsstoffe auf und zeigen Zertifikate für Reinheit.

Wenn du unsicher bist: Suche nach dem „BfR-Prüfzeichen“ oder prüfe die Produktliste auf der Website der Bundesopiumstelle. Dort findest du aktuell verbotene Substanzen - inklusive HHC-O.

Frequently Asked Questions

Ist HHC-O legal, wenn es aus Hanf gewonnen wird?

Nein. Die Herkunft spielt keine Rolle. Selbst wenn HHC-O aus legalen CBD-Extrakten hergestellt wird, ist die chemische Umwandlung in HHC-O ein verbotener Prozess. Das Gesetz verbietet nicht nur die Pflanze, sondern auch alle synthetischen Derivate mit ähnlicher Wirkung wie THC.

Kann ich HHC-O in der Apotheke kaufen?

Nein. HHC-O ist nicht als Arzneimittel zugelassen. Apotheken dürfen es nicht verkaufen, auch nicht auf Rezept. Nur medizinisches Cannabis mit THC- oder CBD-Inhaltsstoffen ist in Apotheken erhältlich - und das nur mit ärztlicher Verschreibung.

Was passiert, wenn ich HHC-O aus dem Ausland mitbringe?

Du kannst es nicht legal nach Deutschland einführen. Der Zoll prüft seit 2024 gezielt nach synthetischen Cannabinoiden. Selbst kleine Mengen werden beschlagnahmt, und du erhältst eine formelle Warnung. Wiederholte Verstöße können zu einem Eintrag in die Polizeidatenbank führen.

Gibt es Ausnahmen für medizinische Zwecke?

Nein. HHC-O ist nicht als medizinische Substanz anerkannt. Es gibt keine Studien, die seine Wirksamkeit oder Sicherheit für Therapien belegen. Im Gegensatz dazu ist THC-9 in Form von Sativex oder Dronabinol als Arzneimittel zugelassen - aber nicht HHC-O.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein CBD-Produkt nicht HHC-O enthält?

Lies immer den Zertifikat-Report (COA). Ein echtes Zertifikat zeigt die exakte Konzentration aller Cannabinoide. Wenn dort „HHC-O“ oder „Delta-8-THC-O“ steht, ist das Produkt illegal. Vertraue nur Anbietern, die ihre COAs öffentlich zugänglich machen und auf BfR-Prüfungen hinweisen.

Was kommt als Nächstes?

Die Debatte um synthetische Cannabinoide ist noch nicht vorbei. Die EU plant, bis 2027 alle bekannten HHC-Derivate - inklusive HHC-O, HHC-P und HHC-T - in eine zentrale Liste aufzunehmen. Deutschland wird diese Regelung umsetzen. Es wird auch härtere Kontrollen bei Online-Shops geben, und die Strafen für Verkauf und Werbung werden sich verschärfen.

Die Botschaft ist klar: Was wie ein „legaler High“ aussieht, ist in Deutschland heute eine Straftat. Und die Risiken - gesundheitlich, rechtlich, sozial - überwiegen jede kurzfristige Wirkung bei weitem.