Was passiert, wenn du zu viele CBD-Süßigkeiten isst?

Von Annika Roth    An 9 Feb, 2026    Kommentare (0)

Was passiert, wenn du zu viele CBD-Süßigkeiten isst?

Wenn du zum ersten Mal CBD-Süßigkeiten probierst, ist es leicht zu vergessen, dass das auch eine Wirkung hat. Im Gegensatz zu THC sorgt CBD nicht für einen Rausch, aber das bedeutet nicht, dass du beliebig viele essen kannst. Viele Leute denken, CBD sei völlig harmlos - ein bisschen Süßes mit beruhigender Wirkung. Doch zu viel davon kann deinen Körper überraschen.

Was passiert wirklich, wenn du zu viele CBD-Süßigkeiten isst?

Du isst drei, vier, vielleicht sogar fünf Gummibärchen mit 25 mg CBD jedes - und plötzlich fühlst du dich seltsam. Nicht high, aber nicht ganz du selbst. Müde. Leicht benommen. Vielleicht ein bisschen übel. Das ist kein Notfall, aber es ist auch kein normaler Zustand.

Die Wirkung von CBD hängt stark von deiner individuellen Biochemie ab. Dein Körper hat ein Endocannabinoid-System, das für Stimmung, Schlaf, Schmerz und Entzündungen zuständig ist. CBD greift da ein, aber nicht wie ein Schalter, der an- und ausgeschaltet wird. Es wirkt wie ein Dimmer. Und wenn du zu viel draufdrehst, wird’s trüb.

Studien zeigen, dass Menschen, die über 1.500 mg CBD pro Tag einnehmen, häufiger Müdigkeit, Trockenheit im Mund und leichte Übelkeit berichten. Das klingt nach viel, aber bei CBD-Süßigkeiten ist das schnell erreicht. Ein typisches Gummibärchen enthält 10-25 mg CBD. Fünf davon sind 50-125 mg. Wenn du das mehrmals am Tag isst, kommst du schnell in den Bereich, in dem Nebenwirkungen auftreten.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Müdigkeit oder Schläfrigkeit: CBD wirkt beruhigend - das ist der Grund, warum viele es abends nehmen. Aber wenn du morgens fünf Stück isst, wirst du dich wahrscheinlich wie nach einem langen Mittagsschlaf fühlen.
  • Trockener Mund: Ein klassisches Signal, dass dein Körper mehr Wasser braucht. Trinken hilft, aber es ist ein Hinweis, dass du mehr CBD als nötig konsumiert hast.
  • Leichte Übelkeit oder Magenbeschwerden: Besonders bei empfindlichen Mägen kann die Kombination aus Zucker, Ölen und CBD zu Unwohlsein führen. Manche Menschen spüren es als Druck im Bauch, andere als leichten Brechreiz.
  • Veränderte Appetitregulation: CBD kann Appetit hemmen - nicht wie THC, der Hunger auslöst. Wenn du plötzlich kein Interesse mehr an Essen hast, könnte das ein Zeichen sein.
  • Interaktion mit Medikamenten: CBD hemmt bestimmte Leberenzyme, die viele Medikamente abbauen. Wenn du Blutdruckmittel, Antidepressiva oder Blutverdünner nimmst, kann zu viel CBD deren Wirkung verstärken. Das ist kein Theorie-Szenario - es passiert tatsächlich.

Wie viel CBD ist zu viel?

Es gibt keine offizielle Obergrenze, aber Experten aus der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfehlen für gesunde Erwachsene maximal 70 mg CBD pro Tag. Das ist kein Gesetz, aber eine Orientierung, die auf klinischen Daten basiert.

Ein Gummibärchen mit 10 mg CBD? Fünf davon sind 50 mg. Ein Gummibärchen mit 25 mg? Drei sind schon 75 mg - und du bist über der empfohlenen Grenze. Die meisten Hersteller geben keine klaren Warnhinweise, weil CBD in Deutschland als Lebensmittel gilt und nicht als Medizin. Das heißt: Du bist auf dich allein gestellt.

Einige Menschen vertragen 200 mg pro Tag ohne Probleme - andere reagieren schon bei 30 mg mit Kopfschmerzen. Es hängt von deinem Gewicht, deiner Leberfunktion, deiner Stoffwechselgeschwindigkeit und sogar von deiner Darmflora ab. Es gibt keine universelle Antwort.

Eine Küchentheke mit vielen CBD-Produkten, eine Hand greift nach einem Gummibärchen, ein Warnhinweis ist sichtbar.

Was du tun solltest, wenn du zu viel gegessen hast

Erstmal: Panik ist nicht nötig. CBD ist nicht toxisch. Es gibt keine bekannten Todesfälle durch CBD-Überdosis. Aber das heißt nicht, dass du dich nicht unwohl fühlen wirst.

  1. Trink viel Wasser. Das hilft gegen trockenen Mund und unterstützt die Ausscheidung.
  2. Iss etwas Leichtes. Ein Bananenbrot oder ein Joghurt mit Haferflocken kann die Aufnahme verlangsamen und deinen Magen beruhigen.
  3. Leg dich hin und ruhe dich aus. Dein Körper braucht Zeit, um das CBD zu verarbeiten. Schlaf ist die beste Lösung.
  4. Vermeide Alkohol und andere Beruhigungsmittel. Kombiniert mit CBD kann das die Wirkung verstärken - und das ist nicht riskant, sondern unangenehm.
  5. Notiere, was du gegessen hast. Wie viele Stück? Welche Stärke? Wann? Das hilft dir beim nächsten Mal, es besser zu dosieren.

Wenn du nach 6-8 Stunden immer noch starke Übelkeit, Schwindel oder Herzrasen hast - dann such einen Arzt auf. Das ist selten, aber möglich, besonders wenn du Medikamente nimmst.

Wie du es in Zukunft vermeidest

  • Lese die Verpackung. Nicht alle CBD-Süßigkeiten sind gleich. Einige enthalten 5 mg, andere 50 mg pro Stück. Wenn du es nicht weißt, zähl nicht einfach auf Gefühl.
  • Beginne mit einem Stück. Warte mindestens zwei Stunden, bevor du ein zweites nimmst. CBD braucht Zeit, um im Blut anzukommen.
  • Vermeide es, CBD-Süßigkeiten mit anderen CBD-Produkten zu kombinieren. Öl, Tropfen, Creme - alles zusammen erhöht die Gesamtmenge. Du denkst, du isst nur ein Gummibärchen, aber dein Körper bekommt 120 mg am Tag.
  • Halte sie weg von Kindern und Haustieren. Selbst kleine Mengen CBD können Hunden schweren Schaden zufügen. Lagere sie wie Medikamente.
  • Vertraue nicht auf Marketing. „Natürlich“, „sanft“, „keine Nebenwirkungen“ - das sind Werbeversprechen, keine wissenschaftlichen Fakten.
Eine Person schläft, ein CBD-Gummibärchen liegt auf ihrer Brust, ein sanftes Überlagerungsbild zeigt den Stoffwechsel.

Was du nicht tun solltest

Nicht: „Ich hab’ heute schon 300 mg CBD, also morgen noch mal.“ CBD baut sich nicht im Körper auf, aber deine Toleranz kann sich verändern. Wenn du täglich hohe Dosen nimmst, wirst du merken, dass du immer mehr brauchst, um die gleiche Wirkung zu spüren. Das ist kein Zeichen von Effizienz - das ist eine Abhängigkeit in Entwicklung.

Nicht: „Ich brauche es, um einzuschlafen.“ CBD kann helfen, aber es ist kein Schlafmittel. Wenn du dich darauf verlässt, riskierst du, deine natürliche Schlafregulation zu stören.

Nicht: „Ich hab’ keine Nebenwirkungen, also ist alles gut.“ Manche Menschen fühlen sich einfach nicht. Das heißt nicht, dass ihr Körper nichts verarbeitet. Laboruntersuchungen zeigen, dass hohe CBD-Dosen die Leberenzyme überlasten können - ohne dass du etwas spürst.

Die Wahrheit hinter CBD-Süßigkeiten

CBD ist kein Wundermittel. Es ist eine Substanz mit einer klaren Wirkung - und wie jede Substanz kann sie überdosiert werden. Die Industrie verkaufte es als harmlos, weil es kein THC enthält. Aber Harmlosigkeit ist nicht dasselbe wie Unwirksamkeit.

Die meisten Menschen, die Probleme mit CBD-Süßigkeiten haben, tun es nicht aus böser Absicht. Sie tun es, weil sie nicht wissen, wie viel sie eigentlich konsumieren. Die Verpackungen sind unklar, die Dosierung ungenau, und die Warnungen fehlen.

Wenn du CBD-Süßigkeiten isst, tue es bewusst. Nicht als Snack, nicht als Belohnung, nicht als „ich hab’ heute Stress“. Behandle es wie ein Medikament - weil es das, in Wirklichkeit, auch ist.

Kann man von CBD-Süßigkeiten abhängig werden?

Nein, CBD ist nicht suchterzeugend. Es bindet nicht an die gleichen Rezeptoren wie THC und verursacht keine euphorischen Effekte. Aber du kannst dich psychologisch darauf verlassen - etwa, um Stress zu vermeiden oder einzuschlafen. Das ist keine körperliche Abhängigkeit, aber es kann zu einer Gewohnheit werden, die schwer zu brechen ist.

Wie lange hält die Wirkung von CBD-Süßigkeiten an?

Die Wirkung beginnt meist nach 30 bis 90 Minuten und hält zwischen 4 und 6 Stunden an. Das ist länger als beim Rauchen, weil die Substanz über den Verdauungstrakt aufgenommen wird. Je mehr du isst, desto länger kann die Wirkung dauern - aber nicht unbedingt stärker.

Ist CBD für Kinder oder Schwangere sicher?

Nein. Es gibt keine ausreichenden Studien zur Sicherheit von CBD bei Kindern, Schwangeren oder Stillenden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt ausdrücklich davor. Selbst kleine Mengen könnten die Entwicklung beeinflussen. Vermeide CBD komplett, wenn du schwanger bist, stillst oder ein Kind bist.

Warum wirken CBD-Süßigkeiten anders als CBD-Öl?

CBD-Öl wird unter die Zunge getropft und direkt ins Blut aufgenommen - das wirkt schneller, aber kürzer. CBD-Süßigkeiten müssen erst durch den Magen und die Leber - das verzögert die Wirkung, macht sie aber länger anhaltend. Außerdem enthalten Süßigkeiten oft Zucker und Fette, die die Aufnahme beeinflussen.

Kann CBD-Süßigkeiten die Leber schädigen?

Bei sehr hohen Dosen - über 1.000 mg täglich über längere Zeit - zeigen Studien, dass CBD die Leberenzyme belasten kann. Das ist besonders relevant, wenn du bereits Medikamente nimmst, die über die Leber abgebaut werden. Ein gelegentliches Gummibärchen ist kein Problem. Tägliche Überdosen schon.