Wenn du dich mit neuen Cannabinoiden beschäftigst, bist du wahrscheinlich auf H4CBD und HHC gestoßen. Beide werden als Alternative zu THC oder CBD beworben - aber was unterscheidet sie wirklich? Viele verwechseln sie, weil sie aus Cannabis gewonnen werden und oft in ähnlichen Produkten auftauchen: Öle, Gummibärchen, Vapes. Doch ihre Wirkung, ihre Herkunft und ihre rechtliche Lage sind grundverschieden.
H4CBD: Das hydrierte CBD
H4CBD steht für Hydrogeniertes CBD. Es entsteht, wenn normales CBD durch einen chemischen Prozess namens Hydrierung verändert wird. Dabei werden Wasserstoffatome an die CBD-Moleküle angehängt, was die Struktur stabilisiert und verändert. Das Ergebnis ist ein Cannabinoid, das nicht mehr wie CBD wirkt - es hat eine ganz andere Wirkung auf das Endocannabinoïd-System.
Studien aus dem Jahr 2023 zeigen, dass H4CBD eine etwa 100-fach höhere Affinität zu den CB1-Rezeptoren hat als normales CBD. Das ist der gleiche Rezeptor, den THC aktiviert - und der für das psychoaktive Gefühl verantwortlich ist. Doch H4CBD ist kein THC. Es bindet zwar stark, aber nicht so intensiv. Die Wirkung ist daher eher ruhig: eine leichte Entspannung, kaum Kopfgefühl, kein Hochgefühl wie bei THC. Viele Nutzer beschreiben es als „klare Beruhigung“ - ideal für den Abend, wenn du dich entspannen willst, aber nicht benommen sein.
H4CBD ist nicht natürlich im Cannabis vorhanden. Es ist ein semi-synthetisches Cannabinoid. Das bedeutet: Es beginnt als CBD aus Hanf, wird dann im Labor verändert. In Deutschland ist es rechtlich in einer Grauzone: Solange es nicht als Betäubungsmittel klassifiziert ist, darf es verkauft werden - aber die Behörden prüfen es genau. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat H4CBD 2024 als potenziell psychoaktiv eingestuft.
HHC: Das hydrogenierte THC
HHC, oder Hexahydrocannabinol, ist ein anderes Geschäft. Es entsteht aus THC - meist aus CBD, das zuerst zu THC umgewandelt und dann hydriert wird. Das Ergebnis ist ein Cannabinoid, das THC sehr ähnlich ist, aber stabiler und länger haltbar. HHC ist das, was man als „THC-light“ bezeichnet: Es wirkt ähnlich, aber milder.
Im Vergleich zu Delta-9-THC hat HHC etwa 70-80 % der psychoaktiven Kraft. Das bedeutet: Du bekommst ein klares, sanftes Hochgefühl - mehr Energie, etwas euphorisch, aber ohne Angst oder Paranoia, die manchmal mit starkem THC einhergehen. Viele Nutzer berichten von besserer Konzentration und einem „klaren Kopf“ während des Effekts. Es ist nicht so sedierend wie THC, eher anregend - ideal für den Tag, wenn du produktiv sein willst, aber nicht vollkommen nüchtern.
HHC ist in Deutschland ebenfalls rechtlich umstritten. Es ist kein natürliches Cannabinoid, sondern ein synthetisches Derivat. Nach der deutschen Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gilt es nicht als THC, aber es wird von der Bundesopiumstelle als „ähnlich wirksam“ eingestuft. Der Verkauf ist aktuell möglich, aber die rechtliche Lage könnte sich in 2026 ändern - mehrere Länder in Europa haben HHC bereits verboten.
Wirkvergleich: H4CBD vs. HHC
Beide sind hydrierte Cannabinoide - aber ihre Wirkung ist wie Tag und Nacht.
| Eigenschaft | H4CBD | HHC |
|---|---|---|
| Ursprung | Hydriertes CBD | Hydriertes THC |
| Psychoaktivität | Leicht bis moderat (nicht euphorisch) | Moderat bis stark (euphorisch) |
| Hauptwirkung | Entspannung, Schmerzlinderung, beruhigend | Euphorie, Energie, Stimmungshebung |
| Dauer der Wirkung | 4-6 Stunden | 6-8 Stunden |
| Typische Anwendung | Abend, Schlafunterstützung, Stressabbau | Tag, soziale Situationen, kreative Tätigkeiten |
| Rechtlicher Status in Deutschland | Grauzone, EMA-Prüfung läuft | Grauzone, könnte verboten werden |
Wenn du nach einer sanften Entspannung suchst - ohne Kopfgefühl - ist H4CBD die bessere Wahl. Es hilft bei Schlafstörungen, Muskelverspannungen oder chronischem Stress. Es ist kein High, aber ein tieferes Wohlbefinden.
Wenn du dagegen etwas spüren willst - eine leichte, klare Euphorie, die dich motiviert - dann ist HHC das richtige. Es ist wie ein sanfteres THC, aber mit weniger Nebenwirkungen. Viele Nutzer bevorzugen es, weil es nicht so stark sediert wie herkömmliches THC und länger hält.
Was du sonst noch wissen solltest
Beide Substanzen sind nicht in jedem Produkt gleich. Die Qualität hängt vom Hersteller ab. Einige Anbieter mischen H4CBD oder HHC mit THC oder CBD, um die Wirkung zu verändern - ohne es zu kennzeichnen. Achte immer auf den COA (Certificate of Analysis). Ein seriöser Anbieter gibt dir Zugang zu einem Laborbericht, der die genaue Zusammensetzung zeigt.
Die Dosierung ist entscheidend. Bei H4CBD reichen oft 5-10 mg für eine beruhigende Wirkung. Bei HHC beginnt die Wirkung bei 10-15 mg - und kann bei 25 mg schon stark werden. Beginne immer niedrig. Was bei einem funktioniert, wirkt bei dir vielleicht anders - jeder Körper reagiert individuell.
Keine der beiden Substanzen ist sicher für Schwangere, Kinder oder Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch wenn H4CBD weniger psychoaktiv ist, kann es bei empfindlichen Personen Unruhe oder Schwindel verursachen. HHC kann bei hohen Dosen Ängste auslösen - besonders bei Anfängern.
Was kommt als Nächstes?
Die Cannabinoid-Landschaft verändert sich schnell. H4CBD und HHC sind Teil einer neuen Generation von synthetischen Cannabinoiden, die aus Hanf gewonnen und chemisch optimiert werden. Sie sind nicht „natürlich“, aber auch nicht „künstlich“ im Sinne von Drogen wie Spice. Sie sind ein Zwischending - und genau das macht sie so interessant und so riskant.
Die Bundesregierung prüft derzeit, ob HHC und H4CBD als Betäubungsmittel eingestuft werden. In Österreich und den Niederlanden sind sie bereits reguliert. In Deutschland ist die Rechtslage unklar - aber die Zeit läuft. Wenn du sie nutzt, tue es bewusst: mit klaren Informationen, vertrauenswürdigen Produkten und ohne Erwartungen, die nicht realistisch sind.
Frequently Asked Questions
Ist H4CBD legal in Deutschland?
H4CBD ist rechtlich in einer Grauzone. Es ist nicht explizit als Betäubungsmittel gelistet, aber die Europäische Arzneimittelagentur hat es als potenziell psychoaktiv eingestuft. Der Verkauf ist aktuell erlaubt, aber die rechtliche Lage könnte sich in den nächsten Monaten ändern. Viele Anbieter haben bereits aufgehört, H4CBD zu verkaufen, aus Angst vor zukünftigen Verboten.
Kann HHC zu einem positiven Drogentest führen?
Ja, das kann es. Standard-Drogentests suchen nach THC-Metaboliten. HHC wird im Körper zu ähnlichen Verbindungen abgebaut, die mit THC verwechselt werden können. Selbst wenn du nur HHC genommen hast, kann ein Test positiv ausfallen. Das gilt auch für H4CBD, wenn es in höheren Dosen konsumiert wird. Wer unter einer Drogenkontrolle steht, sollte beide Substanzen meiden.
Welches ist stärker: H4CBD oder HHC?
HHC ist deutlich stärker in seiner psychoaktiven Wirkung. H4CBD wirkt beruhigend, aber nicht euphorisch - es bringt kein High. HHC hingegen erzeugt ein klares, leichtes Hochgefühl, ähnlich wie leichtes THC. Wer nach einem Effekt sucht, wählt HHC. Wer nur Entspannung will, wählt H4CBD.
Kann man H4CBD und HHC zusammennehmen?
Ja, das ist möglich - und einige Nutzer tun es bewusst. Die Kombination kann eine ausgewogene Wirkung ergeben: HHC für leichte Energie und Stimmungshebung, H4CBD für Entspannung und Schmerzlinderung. Aber Achtung: Die Wirkung kann unvorhersehbar sein, besonders bei Anfängern. Beginne mit sehr niedrigen Dosen und beobachte, wie dein Körper reagiert.
Woher weiß ich, ob ein Produkt sicher ist?
Frage nach dem COA - dem Zertifikat des unabhängigen Labors. Ein seriöser Anbieter stellt diesen kostenlos zur Verfügung. Der COA zeigt die genaue Konzentration von H4CBD, HHC, THC, CBD und mögliche Schadstoffe wie Schwermetalle oder Lösungsmittel. Wenn kein COA vorhanden ist, kaufe das Produkt nicht. Die Qualität von Cannabinoid-Produkten variiert extrem - und viele enthalten unerwartete oder gefährliche Zusätze.