Stoned Energy Drinks: Machen sie wirklich high? Fakten zu Cannabis-Energy-Drinks

Von Anja Schneider    An 16 Mai, 2026    Kommentare (0)

Stoned Energy Drinks: Machen sie wirklich high? Fakten zu Cannabis-Energy-Drinks

Der Begriff Cannabis Energy Drink ist ein aufregender Trend in der Welt der legalisierten Cannabisprodukte, der jedoch oft missverstanden wird taucht immer öfter in sozialen Medien und auf Party-Listen auf. Die Frage, ob diese Produkte dich „high“ machen, ist nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten. Es kommt ganz darauf an, was genau in der Dose steckt und wie dein Körper darauf reagiert. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass ein Energiegetränk mit Cannabis-Zusatz sofort einen Rausch auslöst wie eine Zigarette. In Wirklichkeit ist die Mechanik hier völlig anders.

Um Missverständnisse zu vermeiden, müssen wir zuerst klären, was unter dem Label „Stoned Energy Drink“ verstanden wird. Oft handelt es sich dabei um Marketing-Buzzwords. Ein klassischer Energy Drink enthält Koffein, Taurin und B-Vitamine. Wenn nun Cannabis hinzukommt, ändert sich die physiologische Wirkung drastisch. Das Problem: Cannabis wirkt nicht sofort. Im Gegensatz zum Rauchen, bei dem das THC (Tetrahydrocannabinol) innerhalb von Sekunden ins Gehirn gelangt, muss oral eingenommenes Cannabis erst durch den Magen-Darm-Trakt und die Leber verarbeitet werden. Dieser Prozess dauert zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.

Die chemische Komponente: THC vs. CBD

Ob du einen High bekommst, hängt primär von der Art des Cannabinoids ab, das im Getränk enthalten ist. THC ist die psychoaktive Substanz in Cannabis, die für das Gefühl des „Highs“ verantwortlich ist. Enthält der Energy Drink THC, dann ja - er kann dich high machen. Allerdings ist die Dosierung entscheidend. In vielen legalen Märkten, wie etwa in Deutschland seit der teilweise Legalisierung, sind die Mengen streng reguliert oder die Produkte stammen aus dem grauen Markt, wo die Qualität variiert.

Andererseits gibt es viele sogenannte „Cannabis-Drinks“, die nur CBD ist Cannabidiol, ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das keine berauschende Wirkung hat enthalten. CBD wirkt entspannend und kann Ängste reduzieren, aber es macht nicht high. Wenn ein Produkt als „Stoned Energy Drink“ beworben wird, aber nur CBD enthält, ist dies irreführendes Marketing. Du wirst vielleicht wacher dank des Koffeins, aber nicht berauscht.

Vergleich: THC vs. CBD in Energy Drinks
Merkmal THC-haltiger Drink CBD-haltiger Drink
Psychoaktive Wirkung Ja (High) Nein
Einsetzungszeit 30-120 Minuten 30-60 Minuten
Kombination mit Koffein Risikoreich (Herzklopfen) Geringeres Risiko
Rechtlicher Status (DE 2026) Eingeschränkt/Illegal je nach Quelle Legal

Das Koffein-Problem: Eine gefährliche Mischung?

Warum mischt man überhaupt Cannabis mit Energy Drinks? Die Idee dahinter ist die sogenannte „Cross-Fading“-Wirkung. Koffein ist ein Stimulans, Cannabis wirkt oft sedierend (beruhigend). Theoretisch sollte das Koffein die Müdigkeit vom Cannabis kompensieren, während das Cannabis die Nervosität vom Koffein dämpft. In der Praxis sieht das aber oft anders aus.

Dein Herz-Kreislauf-System wird doppelt belastet. Koffein erhöht deinen Puls und Blutdruck. THC kann ebenfalls den Puls erhöhen und bei empfindlichen Personen Panikattacken oder starke Unruhe auslösen. Die Kombination kann dazu führen, dass du dich weder richtig fokussiert noch entspannt fühlst, sondern nur unwohl bist. Experten warnen vor dieser Mischung, besonders für Anfänger. Das Risiko einer Überdosierung ist höher, weil man nicht sofort spürt, wie stark die Cannabis-Wirkung ist, und daher eventuell zu viel trinkt, in der Hoffnung, den Effekt zu spüren.

Illustration der Leberumwandlung von THC im Körper durch orale Einnahme

Wie funktioniert die Aufnahme im Körper?

Wenn du Cannabis rauchst, geht das THC direkt über die Lunge ins Blut und dann ins Gehirn. Bei einem Getränk passiert etwas anderes. Das THC wird im Darm aufgenommen und zur Leber transportiert. Dort wird es in 11-Hydroxy-THC ist eine potente Metabolit-Form von THC, die stärker psychoaktiv wirkt als reines THC umgewandelt. Diese Form ist sogar potenter als das ursprüngliche THC. Das bedeutet: Ein Energy Drink mit Cannabis kann intensiver wirken als erwartet, aber eben auch später.

Dieser verzögerte Effekt führt häufig zu Fehlurteilen. Du trinkst die Dose, nichts passiert. Nach 45 Minuten denkst du: „Da war wohl gar nichts drin.“ Also trinkst du noch eine Cola oder nimmst eine weitere Dosis. Plötzlich, nach einer Stunde, setzt die volle Wirkung ein - oft zu stark. Dies ist ein klassisches Szenario, das zu unerwünschten Erfahrungen führt. Geduld ist hier der wichtigste Faktor.

Rechtliche Situation in Deutschland 2026

Seit der Cannabis-Legalisierung in Deutschland hat sich der Markt verändert, aber er ist nicht komplett frei. Der Anbau und Besitz bestimmter Mengen sind erlaubt, aber der Handel mit konsumfertigen Produkten bleibt reguliert. Offizielle Cannabis-Getränke sind kommerziell erhältliche Flüssigkeitsprodukte, die Cannabinoide enthalten und unter strengen Lebensmittel- oder Arzneimittelrichtlinien stehen, die THC enthalten, sind im normalen Supermarkt nicht erhältlich. Sie fallen oft unter das Betäubungsmittelgesetz, wenn sie nicht als Arzneimittel zugelassen sind.

Viele Produkte, die online als „Stoned Energy Drink“ verkauft werden, nutzen legalisierte Hanfextrakte sind Produkte aus der Hanfpflanze, die maximal 0,2% bis 0,3% THC enthalten dürfen, um legal als Nahrungsergänzung gelten zu können. Solange der THC-Gehalt unter der gesetzlichen Grenze liegt (in der EU meist 0,2% oder 0,3%, je nach Land), sind sie legal. Aber: Selbst kleine Mengen THC können bei regelmäßiger Einnahme oder bei sensiblen Personen eine leichte Beeinträchtigung verursachen. Ein „High“ im klassischen Sinne ist mit diesen legalen Dosen unwahrscheinlich, aber ein leichtes Angetrunken-Sein möglich.

Symbolische Darstellung der Risiken bei Mischung von Koffein und Cannabis

Sicherheitshinweise und Risiken

Bevor du einen solchen Drink ausprobierst, solltest du einige Sicherheitsregeln beachten. Erstens: Fahre niemals Auto oder betriebe Maschinen, nachdem du einen cannabis-haltigen Drink getrunken hast. Die Reaktionszeit ist beeinträchtigt, auch wenn du dich wach fühlst. Zweitens: Kenne deine Toleranz. Wenn du nie Cannabis konsumiert hast, starte mit extrem niedrigen Dosen oder vermeide THC-getränkte Energy Drinks komplett.

Drittens: Achte auf die Inhaltsstoffe. Billige Importprodukte haben oft keine qualitätsgeprüften Extrakte. Pestizidrückstände oder Schwermetalle können im Extrakt landen. Kaufe nur von vertrauenswürdigen Quellen, die Laboranalysen (COAs - Certificates of Analysis) bereitstellen. Viertens: Vermeide die Kombination mit Alkohol. Alkohol verstärkt die Wirkung von THC und erhöht das Risiko von Übelkeit und Schwindel erheblich.

Fazit: Ist es wert, riskiert zu werden?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, was du suchst. Wenn du einen schnellen Kick brauchst, ist ein normaler Energy Drink besser. Wenn du Entspannung suchst, ist Tee oder eine moderate Dosis Cannabis allein effektiver. Die Kombination beider Welten in einer Dose ist experimentell und birgt Risiken. Die meisten Nutzer berichten, dass die Erfahrung unberechenbar ist. Manche finden die Balance zwischen Wachheit und Leichtigkeit toll, andere leiden unter Herzklopfen und Angst.

Denk daran: „Stoned Energy Drink“ ist oft mehr Hype als Wissenschaft. Lies die Etikette genau. Prüfe, ob THC oder CBD enthalten ist. Und sei geduldig. Dein Körper braucht Zeit, um die Wirkung zu verarbeiten. Sicherheit geht vor - genieße die neuen Möglichkeiten der Cannabis-Kultur verantwortungsvoll.

Machen Cannabis-Energy-Drinks wirklich high?

Nur wenn sie THC enthalten. CBD-haltige Drinks machen nicht high. Die Wirkung von THC setzt verzögert ein und kann intensiver sein als beim Rauchen, da es in der Leber in 11-Hydroxy-THC umgewandelt wird.

Ist es sicher, Koffein und Cannabis zu kombinieren?

Es kann riskant sein. Beide Substanzen erhöhen den Puls. Die Kombination kann zu Unruhe, Panikattacken oder Herzklopfen führen, besonders bei Anfängern oder niedriger Toleranz.

Wie schnell wirkt ein Cannabis-Drink?

Oral eingenommenes Cannabis wirkt langsamer als gerauchtes. Rechne mit 30 Minuten bis zu 2 Stunden, bis die volle Wirkung eintritt. Sei geduldig, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Sind THC-Energy-Drinks in Deutschland legal?

Der Verkauf von THC-haltigen Lebensmitteln ist stark eingeschränkt. Nur Produkte mit sehr geringem THC-Gehalt (unter 0,2% bzw. 0,3%) aus Hanfextrakten sind oft legal als Nahrungsergänzung. Offizielle kommerzielle THC-Drinks sind selten und reguliert.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD in Getränken?

THC ist psychoaktiv und macht high. CBD ist nicht psychoaktiv, wirkt eher beruhigend und entzündungshemmend, ohne einen Rausch zu erzeugen.