Sind HHC-Pens legal?

Von Annika Roth    An 21 Feb, 2026    Kommentare (0)

Sind HHC-Pens legal?

Wenn du einen HHC-Pen in Deutschland siehst, fragst du dich wahrscheinlich: HHC Pens sind überall - in Läden, online, sogar in manchen Dispensaries. Aber sind sie wirklich legal? Die Antwort ist nicht einfach. Es hängt von einer Menge Faktoren ab, die die meisten Menschen nicht kennen.

Was ist HHC überhaupt?

HHC steht für Hexahydrocannabinol. Es ist ein synthetisch hergestellter Cannabinoid, der ähnlich wirkt wie THC, aber nicht identisch ist. HHC entsteht durch eine chemische Umwandlung von CBD, das aus Hanf gewonnen wird. Im Vergleich zu THC ist HHC etwas stabiler und hat eine längere Haltbarkeit. Viele Nutzer berichten von ähnlichen Effekten wie mit THC: Entspannung, leichte Euphorie, manchmal auch Appetitanregung. Aber es gibt Unterschiede: Die Wirkung ist oft milder und länger anhaltend, ohne die starke Kopf- oder Körperbetäubung, die manchmal mit THC einhergeht.

HHC ist kein natürlicher Bestandteil der Hanfpflanze. Es wird im Labor hergestellt, indem CBD mit Wasserstoff und einem Katalysator behandelt wird. Das Verfahren nennt man Hydrierung. Dadurch verändert sich die chemische Struktur - und mit ihr auch die rechtliche Einordnung.

Wie steht es mit der Legalität in Deutschland?

In Deutschland ist der Besitz und die Nutzung von THC-gehaltigen Produkten grundsätzlich verboten - außer bei medizinischem Cannabis mit Rezept. Aber HHC ist kein THC. Es ist ein anderes Molekül. Und hier liegt das Problem: Die Gesetze in Deutschland greifen nach den Inhaltsstoffen, nicht nach den Namen. Der Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verbietet Substanzen, die ähnlich wie THC wirken. Aber es listet nicht alle synthetischen Cannabinoide auf.

Seit 2022 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) klargestellt: Produkte mit HHC gelten als nicht zugelassene Genussmittel, wenn sie mehr als 0,2 % THC enthalten. Aber HHC selbst ist nicht explizit verboten. Es steht nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen. Das bedeutet: Solange das Produkt keinen THC enthält und nur HHC als aktive Substanz hat, ist es rechtlich in einer Grauzone.

Einige Gerichte haben bereits entschieden, dass HHC-Produkte nicht automatisch illegal sind, wenn sie keine THC-Werte aufweisen. Andere Behörden haben HHC-Pens beschlagnahmt, weil sie „ähnlich wirken wie THC“ und daher unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Es gibt keine einheitliche Praxis. Das macht die Lage unübersichtlich.

Was sagen die Hersteller?

Die meisten Hersteller von HHC-Pens betonen, dass ihre Produkte „THC-frei“ sind. Sie testen jede Charge mit Laboren und liefern Zertifikate. Diese Zertifikate zeigen oft: 0,0 % THC, 15 % HHC, Rest CBD. Das klingt sauber. Aber es gibt ein großes Problem: Die Tests sind nicht immer verlässlich. Einige Labore erkennen HHC nicht als eigenständige Substanz. Sie messen nur THC. Wenn kein THC gefunden wird, geben sie ein „THC-freies“ Zertifikat aus - obwohl HHC drin ist. Das ist kein Betrug, sondern ein technisches Problem. Die Analysemethoden sind noch nicht standardisiert.

Einige Hersteller haben deshalb auf „HHC-Derivate“ wie HHC-O oder HHC-P umgestellt. Diese sind noch weniger erforscht. Sie wirken stärker und sind noch weniger reguliert. Das ist ein Risiko - für den Konsumenten und für den Anbieter.

Laboranalyse eines HHC-Pens mit molekularen Strukturen von HHC und THC auf einem Bildschirm.

Was passiert, wenn du einen HHC-Pen kaufst?

Wenn du in Deutschland einen HHC-Pen kaufst, läufst du kein Risiko ein, wegen Besitz verurteilt zu werden. Die Polizei kann dich nicht wegen einfachem Besitz eines HHC-Pens verhaften. Aber: Wenn du bei einer Kontrolle - etwa beim Fahren oder in der Öffentlichkeit - einen HHC-Pen hast, kann die Polizei ihn beschlagnahmen. Sie tun das oft, weil sie nicht sicher sind, ob es sich um THC handelt. Danach muss die Staatsanwaltschaft prüfen, ob ein Verstoß vorliegt. Das kann Monate dauern.

Einige Kommunen haben HHC-Pens in Läden verboten. Andere Städte, wie Berlin oder Köln, tolerieren sie - solange keine Werbung für Drogen gemacht wird. Es hängt vom Amt ab. Einige Händler haben deshalb ihre Produkte umgepackt und als „Nicht für den menschlichen Konsum“ gekennzeichnet. Das ist ein juristischer Trick, um Haftung zu vermeiden.

Was ist mit Reisen?

Wenn du mit einem HHC-Pen in ein anderes Land reist, solltest du vorsichtig sein. In Österreich ist HHC seit 2023 verboten. In der Schweiz ist es erlaubt, solange der THC-Gehalt unter 1 % liegt. In den Niederlanden ist es in der Grauzone - ähnlich wie in Deutschland. In Frankreich oder Italien gilt HHC als verboten. Selbst wenn du in Deutschland legal einen HHC-Pen kaufst, bringst du damit ein Risiko mit, wenn du über die Grenze fährst.

Person hält HHC-Pen auf einer dunklen Straße, Polizeilichter im Hintergrund, stimmungsvoller Abend.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Forschung zu HHC ist extrem begrenzt. Es gibt kaum klinische Studien. Die meisten Daten stammen aus Nutzerberichten oder Labortests an Tieren. Einige Studien deuten darauf hin, dass HHC an die gleichen Rezeptoren im Gehirn bindet wie THC - aber mit geringerer Affinität. Das könnte erklären, warum die Wirkung milder ist. Aber es gibt auch Hinweise auf Nebenwirkungen: Trockener Mund, Herzrasen, Schwindel, besonders bei höheren Dosen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2024 eine Warnung herausgegeben: HHC-Produkte dürfen nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Sie sind keine sicheren Konsumgüter. Das bedeutet: Händler, die HHC-Pens als „Wellness-Produkt“ verkaufen, machen sich strafbar.

Was ist der praktische Rat?

Wenn du HHC ausprobieren willst: Kaufe nur von Anbietern, die unabhängige Labortests veröffentlichen - und die Tests zeigen, dass HHC der einzige aktive Inhaltsstoff ist. Vermeide Produkte mit unklaren Zutatenlisten. Lies die Packungsbeilage. Wenn da steht „Nicht für den menschlichen Konsum“, dann ist das ein Warnsignal.

Vermeide es, HHC-Pens in der Öffentlichkeit zu benutzen. Selbst wenn es legal ist, wird es als auffällig empfunden. Du kannst damit Probleme mit der Polizei oder deinem Arbeitgeber bekommen. Einige Arbeitgeber testen auf Cannabinoide - und HHC kann in manchen Tests als THC erkannt werden.

Und: Lass dich nicht von Versprechungen täuschen. „HHC ist nicht wie THC“ - das stimmt nicht ganz. Es ist ein ähnlicher Stoff. Es wirkt ähnlich. Es kann abhängig machen. Es hat Nebenwirkungen. Es ist nicht harmlos.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die deutsche Regierung prüft derzeit eine neue Gesetzesänderung. Im Frühjahr 2026 soll ein neues Gesetz zum Umgang mit synthetischen Cannabinoiden vorgestellt werden. Es soll HHC, HHC-P, THC-O und andere neue Cannabinoide explizit verbieten. Der Entwurf ist bereits in der Abstimmung. Wenn er durchkommt, wird der Verkauf von HHC-Pens ab Mitte 2026 in Deutschland illegal.

Bis dahin bleibt es in der Grauzone. Du kannst HHC-Pens kaufen. Du kannst sie benutzen. Aber du tust es auf eigene Verantwortung. Kein Hersteller kann dir garantieren, dass es morgen nicht verboten wird. Und keine Behörde kann dir sagen, ob du heute legal bist - denn es hängt vom Zufall ab, wer dich kontrolliert.

Die einfachste Regel: Wenn du unsicher bist - lass es. Es gibt sicherere Wege, Entspannung zu finden. Und es gibt keine Garantie, dass HHC dir nicht mehr schadet als hilft.

Ist HHC legal in Deutschland?

HHC ist in Deutschland nicht explizit verboten, steht aber in einer rechtlichen Grauzone. Solange das Produkt keinen THC enthält und nicht als Genussmittel vermarktet wird, ist der Verkauf nicht automatisch illegal. Allerdings können Behörden HHC-Produkte beschlagnahmen, wenn sie sie als ähnlich wirksam wie THC einstufen. Die Rechtslage ist uneinheitlich und variiert von Bundesland zu Bundesland.

Kann ich mit einem HHC-Pen in die Schweiz reisen?

Ja, in der Schweiz ist HHC legal, solange der THC-Gehalt unter 1 % liegt. Da HHC-Pens meistens THC-frei sind, ist der Transport in die Schweiz meist unproblematisch. Allerdings solltest du den Kaufnachweis und die Laboranalyse mitführen, falls du an der Grenze kontrolliert wirst. In anderen Ländern wie Österreich oder Frankreich ist HHC dagegen verboten.

Wird HHC in einem Drogentest erkannt?

Standard-Drogentests suchen nach THC-COOH, dem Abbauprodukt von THC. HHC wird in den meisten Tests nicht erkannt, da es ein anderes Molekül ist. Aber einige fortschrittliche Tests können HHC-Metaboliten nachweisen. Wenn dein Arbeitgeber einen speziellen Cannabinoid-Test durchführt, könnte HHC als positiv ausgelesen werden - besonders bei häufigem Gebrauch.

Gibt es sichere HHC-Pens?

Es gibt keine „sicheren“ HHC-Pens, weil HHC selbst nicht ausreichend erforscht ist. Du kannst aber Risiken minimieren: Kaufe nur von Anbietern, die unabhängige Labortests mit vollständiger Zertifizierung veröffentlichen. Vermeide Produkte mit unklaren Inhaltsstoffen, Aromen oder Zusatzstoffen. Achte darauf, dass der HHC-Gehalt nicht über 20 % liegt - höhere Dosen erhöhen das Risiko von Nebenwirkungen.

Wird HHC bald in Deutschland verboten?

Ja, ein Gesetzesentwurf zur Einführung eines Verbots von synthetischen Cannabinoiden wie HHC, HHC-P und THC-O ist im Frühjahr 2026 geplant. Wenn er verabschiedet wird, wird der Verkauf und Besitz von HHC-Pens ab Mitte 2026 in Deutschland illegal sein. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Rechtslage noch einmal ändert.

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