Ist Wermut noch in Absinth? Die Wahrheit hinter dem legendären Spirituosen-Getränk

Von Anja Schneider    An 4 Feb, 2026    Kommentare (0)

Ist Wermut noch in Absinth? Die Wahrheit hinter dem legendären Spirituosen-Getränk

Absinth ist ein hochprozentiges Spirituosen-Getränk, das traditionell aus Wermut (Artemisia absinthium), Anis und Fenchel hergestellt wird. Der Name stammt vom griechischen "Absinthium" und wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich populär. Heute unterliegt Absinth strengen gesetzlichen Regelungen, besonders bezüglich des Thujongehalts.

Die Geschichte von Absinth und Wermut

Viele Menschen glauben, dass Absinth wegen Wermut halluzinogene Effekte hat - doch das ist ein Mythos. Doch ist Wermut überhaupt noch Bestandteil moderner Absinth-Produkte? Um das zu verstehen, müssen wir uns die Geschichte ansehen. In den frühen 1900er Jahren wurde Absinth in vielen Ländern verboten. Frankreich verbot das Getränk 1915, die USA 1912. Die offiziellen Gründe waren angeblich die halluzinogenen Effekte von Thujon aus Wermut. Doch moderne Forschungen zeigen, dass diese Behauptungen übertrieben waren. Die Hauptprobleme waren der hohe Alkoholgehalt und die damals häufige Missbrauch von billigen, schlecht hergestellten Absinth-Varianten. Die wahren Ursachen für die Verbote lagen eher in der sozialen Stigmatisierung und der Lobbyarbeit von Weingutsbesitzern, die durch Absinth Konkurrenz hatten.

Moderne Regulierungen in der EU und den USA

Vergleich der Thujon-Grenzwerte für Absinth in Europa und den USA
RegionThujon-GrenzwertWermut-Einsatz
EU10 mg/kg (allgemein), bis 35 mg/kg für bestimmte SortenJa, aber kontrolliert
USA10 ppm (ca. 10 mg/kg)Ja, mit Genehmigung

Die Europäische Union hat die Regeln für Absinth 1988 erstmals festgelegt und 2008 aktualisiert. Heute gilt in der EU ein Grenzwert von maximal 10 mg/kg Thujon für Standard-Absinth. Für bestimmte Sorten, wie zum Beispiel "Absinth de Provence", sind bis zu 35 mg/kg erlaubt. In den USA wurde das Verbot 2007 aufgehoben, aber der Thujon-Grenzwert liegt bei 10 ppm (ungefähr 10 mg/kg). Diese Regelungen sorgen dafür, dass moderne Absinth-Produkte sicher sind und keine gesundheitlichen Risiken bergen.

Wissenschaftler messen Thujongehalt von Absinth in einem Labor.

Wermut in modernem Absinth: Mythos oder Realität?

Wermut ist nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil von echtem Absinth. Doch anders als oft angenommen, ist der Thujongehalt in modernen Produkten extrem gering. Die chemische Verbindung Thujon ist zwar in Wermut enthalten, aber in den Mengen, die heute in Absinth verwendet werden, wirkt sie nicht psychoaktiv. Vielmehr sorgt Wermut für den charakteristischen bitteren Geschmack und das typische Aroma. Moderne Hersteller wie Kübler aus der Schweiz oder Pernod Ricard in Frankreich verwenden Wermut in kontrollierten Mengen, um die Qualität des Getränks zu gewährleisten. Die Destillation und Nachbearbeitung sorgen dafür, dass die endgültige Thujon-Konzentration weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Moderne Absinth-Herstellung in Deutschland mit natürlichen Kräutern.

Häufige Missverständnisse über Absinth

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Thujon in Absinth halluzinogene Effekte hat. Tatsächlich sind die Mengen so gering, dass sie keine psychotropen Wirkungen verursachen können. Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2012 bestätigte, dass selbst bei regelmäßigem Konsum von Absinth die Thujon-Dosis zu niedrig ist, um gesundheitliche Risiken zu verursachen. Auch die grüne Farbe von Absinth stammt nicht von Thujon, sondern von Chlorophyll aus Kräutern wie Salbei, Melisse oder Anis. Frühere Absinth-Varianten wurden oft mit chemischen Farbstoffen gefärbt, was zu gesundheitlichen Problemen führte. Heute werden natürliche Kräuter verwendet, um die Farbe zu erzeugen.

Wie erkennt man echten Absinth?

Echter Absinth trägt immer eine klare Kennzeichnung mit dem Alkoholgehalt und dem Thujongehalt. Die Hersteller müssen die Zutatenliste angeben, einschließlich der verwendeten Wermut-Sorte. Typische Marken wie Kübler, Pernod Ricard, La Fée oder der deutsche Hersteller "Absinth von der Schauinsland" sind vertrauenswürdige Optionen. Achten Sie darauf, dass auf der Flasche die Angabe "Thujon" oder "Artemisia absinthium" steht. In Deutschland unterliegt Absinth der Spirituosenverordnung, die die EU-Vorgaben umsetzt. Ein guter Absinth hat einen Alkoholgehalt zwischen 45% und 75% Vol. und eine klare, goldene oder grüne Farbe. Vermeiden Sie Produkte mit künstlichen Farbstoffen oder unklaren Zutatenlisten.

Ist Absinth heute noch legal?

Ja, Absinth ist in der Europäischen Union und den USA legal, solange die gesetzlichen Thujon-Grenzwerte eingehalten werden. In der EU beträgt der Grenzwert für Standard-Absinth 10 mg/kg Thujon, für bestimmte Sorten bis zu 35 mg/kg. In den USA liegt der Grenzwert bei 10 ppm (ca. 10 mg/kg). Die meisten modernen Absinth-Produkte erfüllen diese Vorgaben und können problemlos verkauft werden.

Enthält moderner Absinth noch Wermut?

Ja, echter Absinth enthält immer noch Wermut (Artemisia absinthium). Die Pflanze ist ein zentraler Bestandteil des traditionellen Rezepts und verleiht dem Getränk seinen charakteristischen bitteren Geschmack. Allerdings ist der Thujongehalt in modernen Produkten streng kontrolliert und liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Moderne Hersteller verwenden oft spezielle Wermut-Sorten mit niedrigem Thujon-Gehalt, um die Qualität zu verbessern.

Kann Wermut in Absinth halluzinogene Effekte haben?

Nein, Wermut in Absinth hat keine halluzinogenen Effekte. Die chemische Verbindung Thujon, die in Wermut enthalten ist, wirkt in sehr hohen Dosen neurotoxisch, aber die Mengen in modernem Absinth sind so gering, dass sie keine gesundheitlichen Risiken bergen. Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2012 bestätigte, dass selbst bei regelmäßigem Konsum von Absinth die Thujon-Dosis zu niedrig ist, um psychoaktive Effekte zu verursachen. Die historischen Berichte von Halluzinationen waren wahrscheinlich auf hohe Alkoholzufuhr oder andere Substanzen zurückzuführen.

Was ist der Unterschied zwischen Absinth und anderen Spirituosen?

Absinth unterscheidet sich von anderen Spirituosen durch seine spezifische Zutatenkombination aus Wermut, Anis und Fenchel. Typische Spirituosen wie Wodka oder Gin haben andere Hauptzutaten - Wodka ist meist aus Getreide oder Kartoffeln destilliert, Gin enthält Wacholderbeeren. Absinth hat einen hohen Alkoholgehalt (45-75% Vol.) und einen charakteristischen bitteren Geschmack, der durch die Wermut entsteht. Zudem wird Absinth traditionell mit Wasser verdünnt und mit Zucker serviert, was ihn von anderen Spirituosen abhebt.

Warum wurde Absinth früher verboten?

Absinth wurde in den frühen 1900er Jahren in vielen Ländern verboten, hauptsächlich aufgrund von Fehlinformationen über Thujon. Man glaubte, dass Thujon halluzinogene Effekte hat und zu geistiger Instabilität führt. Doch moderne Forschungen zeigen, dass die Hauptursache für die Verbote eher die soziale Stigmatisierung und die Lobbyarbeit von Weingutsbesitzern war, die durch Absinth Konkurrenz hatten. Zudem wurden damals oft minderwertige Absinth-Varianten mit künstlichen Zusätzen hergestellt, die gesundheitsschädlich waren. Heute sind die Regeln klar geregelt, und Absinth ist wieder legal.

Gibt es Unterschiede zwischen europäischem und amerikanischem Absinth?

Ja, es gibt Unterschiede in den Regulierungen. In der EU gilt ein Grenzwert von 10 mg/kg Thujon für Standard-Absinth und bis zu 35 mg/kg für bestimmte Sorten. In den USA liegt der Grenzwert bei 10 ppm (ca. 10 mg/kg), was etwa dem gleichen Wert entspricht. Praktisch bedeutet das, dass Absinth in den USA und Europa ähnliche Thujon-Grenzwerte haben. Der Hauptunterschied liegt in der Herstellung: Europäische Hersteller verwenden oft traditionelle Rezepturen mit mehr Kräutern, während US-amerikanische Produkte manchmal leichter im Geschmack sind. Beide Varianten sind jedoch sicher und legal.